StartseiteH0-FahrzeugeCNA 553 357 Boxcar Schritt für Schritt

Am Exactrail-Modell des ehemaligen Railbox-Wagens will ich Schritt für Schritt die Vorgehensweise beschreiben.

Vorbild: CNA, der US-Ableger der canadischen Railroad, unterhält eine großen Park an gebraucht übernommenen Boxcars, darunter auch viele Railbox-Wagen, die noch das alte, große Railbox-Logo tragen. Die Wagen sind oft in einem optisch sehr heruntergekommenen Zustand. Und die CNA-Beschriftung ist nur sehr einfach mit Schablone auf schwarzen Balken gepatcht. Das Exactrail-Modell kommt schon in der CNA-Beschriftungsvariante.

An technischen Umbauten ist kaum was erforderlich: Die Radsätze werden durch Reboxx-Code 88 ersetzt, die Kupplung gegen Kadee #58 getauscht und der Vorentkupplungsbügel abgekniffen. Die Kupplung wurde schon vor dem Einbau ganz dünn mit Rostfarbe (Valejo Air 71.080) lackiert.

Der 1. Schritt ist dem Gelbton des Aufbaus zu Leibe rücken. Ziel ist ein ein Wagenkasten,  der einerseits von der Sonne ausgeblichen ist und  andererseits mit sich in den Ritzen, Kanten und den Kastenstützen abgelagertem Dreck darstellt.

Die Verwitterung kann man nur erreichen, wenn man weiße Pigmente in den Lack einarbeitet. Dies kann man mit eine Pigmentfarbe  (z.B H0fine #657 Verwitterung Schmutz grau) und Lösungsmittel erreichen. Die Pigmente werden in die Lackoberfläche eingearbeitet. Alternativ kann man mit einer Airbrush einen ganz, ganz dünnen Überzug aus hellgrauer sehr haftstarker Grundierung auftragen. Ziel beider Maßnahmen ist der Farbe die Strahlkraft zu nehmen. An sehr gut haftender Grundierung kommt z.B. die Weinert Nitrogrundierung (die aber sehr unangenehm  riecht) oder die Haftgrundierung (auf Wasserbasis) für kritische Untergründe (H0fine #627) in Frage. Ich habe die H0fine Grundierung sehr stark verdünnt und ganz dünn mit der üblichen 0,2er-Düse aufgetragen, bei dem CNA-Wagen war es etwas zu viel, wie ich zugeben muss (man kann es auf den Baustufenbildern erkennen). Die Methode mit der lichtgrauer Grundierung ist selbstverständlich nur mit der Airbrush anwendbar, mit dem Pinsel kann man keine Farbe so dünn auftragen.

Nachdem der Wagen gut durchgetrocknet war, habe ich versucht, den Lichtgrauschleier mit Wattestäbchen mit Lösungsmittel für Staub- und Pigmentfarben (H0fine #650.1) wieder etwas abzuwischen, was im Nachhinein gar nicht so schlecht war und den Lack noch ungleichmäßiger und lebendiger erscheinen lies.  Abschließend habe ich nochmal mit stark verdünntem (wieder mit H0fine 650.1) Vallejo Wash (78.517 Dark grey) mit einem Schuss Wash (76.506 Rust) die Kastenstützen und Vertiefungen ausgelegt. Damit wirkt der Wagenkasten nochmal plastischer. Auf den Fotos unter der Studioblitzanlage wirkt der Wagen etwas zu hell, unter normaler Beleuchtung dagegen nicht.

Die Drehgestelle samt Radsätze wurden dünn mit Valejo Grundierung schwarz übersprüht, um ihnen den Glanz zu nehmen. Dann wurden die Radlaufflächen penibel mit Wattestäbchen und Spiritus gereinigt.Dann erfolgte die Alterung der Drehgestelle mit Pigmenten (Bremsstaub H0fine #653), die mit Lösungsmittel aufgetragen und nach dem Trocknen abgebürstet werden. Zusätzlich kommt Valejo Wash Rust zum Einsatz.

Bei der Alterung mit einer Pinsel, egal ob mit Pigmentfarben oder Wash, wird die große Dachfläche meistens zu unregelmäßig.  Beim Dach setze ich bevorzugt die Airbrush ein. Ein feiner Überzug aus stark verdünnter schwarzer Valejo-Grundierung vervollständigt die Grundalterung des Wagens.

Im Vergleich des gealterten CNA-Wagens mit dem out-of-the-box Railbox-Wagens mit der späteren Lackierungsvariante, auch von Exactrail, fällt die Lebendigkeit des gealterten Wagens deutlich ins Auge. Die fabrikneue makellose Lackierung wirkt richtig steril.

Achtung Suchtpotenzial: Irgendwann will man keine ungealterten Wagen mehr auf dem Arrangement/Anlage sehen.

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